Seite 2 von 2

Verfasst: 3. November 2005 20:33
von schrotty
Meine Powerbox murkst nicht mit dem Temperatursignal herum, sondert "addiert" einen wert zum jeweiligen Sollwert der Einspritzpumpe. das geht fast genausogut wie mit nem Chip, ist aber wesentlich günstiger.
Die Brachialmethode mit dem Widerstand bedeutet dagegen, fast dauernd die Maximaleinspritzmenge anzuforden. Da kommt dann auch halt irgendwann im Fehlerspeicher die Meldung "Maximale Einspritzmenge Überschritten", die Vorgluhkontrolleuchte leuchtet dauernd und die Elektronik fährt nur noch im Notbetrieb.
Hab ich auch am Anfang mal mit der Powerbox gehabt, aber das gute an meiner ist, das man den Additionswert per Poti einstellen kann.
Das wurde dann in der Werkstatt eingestellt und seitdem is nich mehr nur Hanomag sondern Hanomag-Sport.....

Verfasst: 4. November 2005 09:36
von BBMS
Sorry,

aber wenn man den einzelnen Widerstand (obiges Tuning) benutzt, um das Regelweggeber-Signal zu verzerren, wie dein Drehpoti, ist es sogar exakt das gleiche Prinzip. Womöglich ist der konstante Widerstand nur schwächer in seiner Wirkung, da für alle kompatible ausgelegt.

Im Grunde ist es auch egal, ob man nun stets die Menge um x% erhöht, oder über "Diesel ist sehr heiß" (nicht "Motor ist kalt") um max. 8% (im Winter und 2% im Sommer) erhöht - ER SPRITZT MEHR EIN ALS ER SOLLTE.
Wenn dein Drehpoti auch nur vernünftige Mehrleistung "erzeugt", spritzt dein Motor sicherlich mehr als 8% mehr Diesel ein (und das auch im Sommer).

Eine Powerbox trennt zu einem vernünftigen Chip-/OBD-Tuning Welten.

Ich habe nichts gegen Tuning, aber wenn man sich mal 30 Minuten einliest und 10Cent in Material investiert, bekommt man nicht nur stumpfe Mengenerhöhung (im schlimmsten Fall über den gesammten Drehzahlbereich). Einspritzbeginn und Ladedruckanhebung gehören auch dazu.


cu

Re: "Chip"-Tuning mit nur einem Widerstand

Verfasst: 4. November 2005 09:51
von Mackson
schrotty hat geschrieben:...Durch den Widerstand gaukelst du der Elektronik nur nen kalten Motor vor und die erhöht die Einspritzmenge. Geht aber gewaltig zu Lasten deines Verbrauchs und bringt kaum etwas!
Das ist schlichtweg falsch. Der Widerstand soll die Dieseltemperatur die ans Motor-STG vom Kraftstofftemperaturfühler gesendet wird nach oben verändern. Bei Diesel ändert sich mit zunehmender Temperatur der Brennwert, dieser wird schlechter. D.h., um die gleiche Leistung wie bei 10°C auch bei 30°C erreichen zu können, muß bei 30°C mehr Diesel eingespritzt werden. Die Widerstandssache funktioniert auch nur dann richtig gut, wenn der Diesel eben kalt ist (besonders im Winter merkt man den Leistungszuwachs). Allerdings neigen die TDIs dann zum rußen.
Falsch ist auch, dass durch den Widerstand etwas kaputt gehen kann. Alle Schutzfunktionen den Motor-STGs bleiben aktiv! Das einzigste was passiert, ist eine Fehlermeldung wie "Abnormale Werte Temp-fühler Dieseltemp." oder "Dieseltemp.-sensor defekt". Bei den 1.9ern leuchtet die Motorkontrolleuchte und bei den 2.0ern zw. den neueren 1.9er mit Maxi-DOT kommt "ABGAS WERKSTATT!" im Display. Die Karre fährt ganz normal weiter.
Bei einem 120 Ohm Widerstand wird dem Motor-STG eine Dieseltemp von ca. 70°C vorgegaukelt - nimmt man größere Widerstände, erhält man sofort eine Fehlermeldung. Die 70°C scheinen ungefähr die Temp zu sein, die beim Motor-STG noch nicht als "abnormal" gelten.

Gruß M.

Re: "Chip"-Tuning mit nur einem Widerstand

Verfasst: 13. November 2005 15:54
von dkw-motorsport
Larz hat geschrieben:http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?Vie ... 01190&rd=1

Kann mir mal einer erklären, wie das funktionieren soll? :-?
Rein von der Logik her schon: "einen Widerstand einbauen um mehr Leistung rauszuholen..."

Grüße
Larz
Denk nicht mal daran den Einzubauen ! Bringt nicht wirklich viel und ist nicht zu vergleichen mit richtigem Chip Tuning :D

Re: "Chip"-Tuning mit nur einem Widerstand

Verfasst: 14. November 2005 12:19
von TDI-Schrauber
Hallo!
Mackson hat geschrieben: Bei einem 120 Ohm Widerstand wird dem Motor-STG eine Dieseltemp von ca. 70°C vorgegaukelt - nimmt man größere Widerstände, erhält man sofort eine Fehlermeldung. Die 70°C scheinen ungefähr die Temp zu sein, die beim Motor-STG noch nicht als "abnormal" gelten.
Wir haben das aktuell an einem ASZ ausprobiert.

Der Einstellbereich ging von 40°C bis 130°C.
Dabei wurden keine Fehlermeldungen generiert, allerdings haben sich auch die Fahrleistungen nicht im geringsten verändert. Zwar meldet die EDC eine höhere Einspritzmenge in Form einer verlängerten Öffnungsdauer der UI's, jedoch ist weder beim Beschleunigen noch im Fahrbetrieb eine Veränderung der Motorleistung aufgetreten. Auch beim Zuschalten während der Fahrt bei hoher Motorlast gab es keine Änderungen, egal welche Temperaturen vorgegeben wurden.

Also reines Glücksspiel...

Übrigens sind Dieseltemperaturen von 90°C völlig normal. Sogar bei den Verteilerpumpen wird diese Temperatur bei Fahrt mit hoher Drehzahl relativ schnell erreicht.

BYE
TDI-Schrauber

Verfasst: 14. November 2005 12:55
von Mackson
Kann sein, dass die 70°C auch die Normaltemp waren - der Max-Wert ist mir entfallen. :oops: Jedenfalls gab es bei über 120 Ohm zumindest beim 2.0 TDI eine Fehlermeldung. Vorrangig ändert sich nur das Drehmoment, im oberen Drehzahlbereich ist anscheinend keine Änderung spürbar. Lief die Karre 4h über die BAB, merkt man nix mehr. Beim 1.9er 100PS EU4 TDI funktioniert die Widerstandssache ganz angenehm. Bei 2.0 geht's auch ganz gut, schätze mal es sind so um die 20 Nm mehr Drehmoment.
Gemessen habe ich die Leistung damit noch nie, nur Gefühlswerte und Praxisvergleiche zum Serienfahrzeug.

Gruß M.