Vielleicht ist der Bereich in der Kneipe nicht genug abgeschirmt? Oder das Klientel ist eben eher Raucher.
Dafür gehen jetzt wieder viele in Kneipen etc., die vorher nicht hingingen. In unserer Clique wären wir früher z.B. niemals mit den Kindern in eine Kneipe, um uns dort auf einen Kaffee zu treffen, sondern hätten uns immer bei jemandem zuhause getroffen, was für denjenigen dann ein Aufwand gewesen wäre. Das hat sich mit dem Rauchverbot geändert. Ausserdem kann man auch die gleichen Klamotten wie Pulli, Hose und Jacke am nächsten Tag wieder anziehen und muss sie nicht erst tagelang auslüften. Und man muss nicht fast kotzen, wenn am nächsten Morgen unter der Dusche Wasser über die nach Rauch stinkenden Haare laufen, weil man nicht mehr das Gefühl hat, man taucht in einen Aschenbecher ein. Man denke auch an die Kissen!
Aber es hat auch Nachteile: Lärm vor Nichtraucherkneipen durch draussen Rauchende. Ausserdem kann man auf der anderen Seite auch nicht mehr einen Abend lang mit Rauchern zusammensitzen. Da in unserer Clique nur noch ein einziger raucht, hat uns "sein" Rauch weniger gestört. Ausserdem hat man es in einer Kneipe hingenommen. Jetzt haut der Kerl ca. alle 30 Minuten ab nach draussen. Auf der anderen Seite merkt man so noch extremer, in was für eine Sonderstellung sich Raucher durch ihre Sucht nun einmal bringen. Und auch, wenn es utopisch sein mag: vielleicht bringt es den einen oder anderen auch davon ab, indem er merkt, was er da eigentlich tut.
Die militantesten Nichtraucher sind aber die Ex-Raucher. Wir haben einen Freund in der Clique, der früher heftig und bestimmt 15 Jahre lang geraucht hat. Er ist heute am Extremsten gegen Raucher und Rauchen. So wirklich objektiv urteilen können die wenigsten Ex-Raucher. Wie auch!
Ich selbst habe früher auch ab und an geraucht, hatte mal stärkere Phasen, dann mal gar nicht geraucht, dann wieder ein bisschen. Mittlerweile rauche ich seit ca. 2 Jahren praktisch gar nicht mehr, sprich nur noch Zigarren oder Zigarillos und das auch nur zu besonderen Anlässen oder alle paar Wochen mal zum Entspannen, eine auf dem Balkon. Aber mit echtem Dauer-Zigarettenrauchen hat das wenig zu tun.
Aber daher mag ich auch, in geringen Dosen Rauch. Erst, wenn kalter Rauch in einem Raum steht oder wo Kippen lange rumliegen, wird es unerträglich für mich. Ich war einmal im Raucherraum auf der Arbeit. Da kriege ich fast das Kotzen. Die Raucher dort brauchen entweder permanenten Luftzug oder stehen gerne im dichten Qualm. Also ist es entweder sau kalt oder man sieht die Hand vor Augen nicht. Im Grunde genommen bräuchte man in letzterem Falle gar keine eigene Zigarette. Einmal tief Luft holen und man verliert 1 Tag seines Lebens.
